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Online-Verzeichnis der Hilfeangebote für wohnungslose Menschen in Bayern

   



Das Onlineverzeichnis gibt einen Überblick über die veschiedenen Hilfeangebote für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen in Bayern.
Das Verzeichnis gliedert sich in verschiedene Hilfebereiche und ist nach Regierungsbezirken sortiert.

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BAG Wohnungslosenhilfe: Zahl der Wohnungslosen in Deutschland weiter gestiegen
860.000 wohnungslose Menschen - Tendenz steigend


Die Zahl der Wohnungslosen ist nach Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenilfe (BAG W) weiter gestiegen, auf derzeit 860.000. Die BAG W prognostiziert bis 2018 sogar einen weiteren Zuwachs auf 1,2 Millionen wohnungslose Menschen.
Weitere Zahlen und Fakten über den Umfang der Wohnungsnotfälle sowie die möglichen Ursachen für die steigende Zahl der Wohnungslosen finden Sie auf der Homepage der BAG W


Fachtagung des Fachverbandes Evangelische Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe

Langzeithilfen heute - Bedarfsgerechte Hilfen für Menschen in besondern sozialen Schwierigkeiten

Im Zentrum der Fachtagung standen am 14. und 15. November 2017 die Hilfebedarfe und bedarfsgerechten Angebote für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, die diese Hilfen über einen längeren Zeitraum benötigen sowie die Position der Sozialhilfeträger.
Aus der Ausschreibung: "Als aktuelle Herausforderungen werden Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) und Pflegestärkungsgesetzes (PSG) auf (Langzeit-)Hilfen aufgezeigt. In Workshops besteht die Möglichkeit, sich mit ausgewählten Themen hinsichtlich Langzeithilfen fachlich auseinanderzusetzen und bereits bestehende Ansätze zu vertiefen."
Den Flyer zum Fachtag mit Programm und weitergehenden Informationen finden Sie auf der Homepage des Fachverbandes


Die SEEWOLF-Studie

Hrsg.:  Josef Bäuml, Monika Brönner, Barbara Baur, Gabriele Pitschel-Walz, Thomas Jahn
Lambertus Verlag Freiburg 2017

Mit der SEEWOLF-Studie ist nun die Nachfolgeuntersuchung zur sog. „Fichter-Studie“ aus den 1990er Jahren erschienen. Die empirischen Untersuchungsergebnisse belegen erneut erhöhte psychische Erkrankungsraten und teilweise weitere, auch lebensbedingte Belastungen bei wohnungslosen Menschen. Spezifische Untersuchungsfelder zur kognitiven Leistungsfähigkeit oder zu den Persönlichkeitsstörungen werden erstmals in dieser Studie beleuchtet. So zeigen die Untersuchungsergebnisse an vielen Stellen Parallelen zu anderen, auch internationalen Studien.

Das Buch beeindruckt durch die tiefgreifenden Analysen der Autoren der Technischen Universität München (Klinikum für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar in München).

Die Studie wird in den nächsten Jahren wesentlich die Diskussion um die Versorgung wohnungsloser Menschen begleiten und durch den nahezu Handbuch-Charakter fundierte Grundlagen für die weiteren Diskussionen und Entwicklungen in der Wohnungslosenhilfe zum Nutzen der betroffenen Menschen geben.

Möge auch die moderate Preisgestaltung des Verlages zur Verbreitung dieser wichtigen Studie, deren Ergebnisse nicht nur für den Münchner Raum Bedeutung haben dürften, beitragen.

Gerd Reifferscheid



Mehr Wohnraum für sozial benachteiligte Menschen

Wohnungslosenhilfe und Bezirk Oberbayern fordern beim Fachtag Wohnen plus
sozialverträgliches und nachhaltiges Wachstum

© Eva Lindauer


Neuesten Zahlen zufolge sind alleine in München über 8000 Menschen wohnungslos. Wegen des stetigen Zuzugs in die Metropolregion München gibt es für sie kaum mehr bezahlbaren Wohnraum. Um Wohnmodelle für sozial benachteiligte Menschen zu entwickeln, haben die Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Oberbayern und der Bezirk Oberbayern am 4. Juli 2017 den Fachtag Wohnen plus veranstaltet. „Wir brauchen Hilfe dort, wo die Not entsteht – also in allen Regionen Oberbayerns“, lautete die Kernforderung der Veranstalter.

Der Fachtag knüpfte an die Konferenz in Freising an, bei der 2015 der Freisinger Appell verabschiedet wurde. An der aktuellen Tagung in Landsberg am Lech nahmen rund 200 Personen aus ganz Oberbayern teil. Das Treffen stand unter dem Motto: Chancen bieten, Bündnisse schaffen, Oberbayern gestalten. Es bot Akteuren der Wohnungslosenhilfe die Gelegenheit, sich mit den politischen Ebenen der vier oberbayerischen Planungsregionen und Vertretern von Bauträgern zu vernetzen.

Josef Mederer © Eva Lindauer

Erklärtes Ziel ist es, den lange vernachlässigten sozialen Wohnungsbau zu stützen und bedarfsgerecht Hilfsangebote für sozial benachteiligte Menschen weiter auszubauen. „Wir brauchen ein sozial verträgliches und nachhaltiges Wachstum. Ein Schulterschluss aller Kräfte für Menschen in Not ist erforderlich, wir müssen Hilfsangebote schaffen und bezahlbare Wohnungen bauen“, forderte der Bezirkstagspräsident von Oberbayern, Josef Mederer, „Das ist die Voraussetzung dafür, dass niemand an den Rand gedrängt wird.“

Vorträge und Diskussionen machen Fehlentwicklungen auf dem Wohnungsmarkt und deren Folgen für Menschen in sozialen Notlagen zum Thema. Der Vorstand der Inneren Mission München, Günther Bauer, forderte in seiner Funktion als Sprecher der AG Freie Wohlfahrtspflege Oberbayern mehr günstige Wohnangebote für Geringverdiener, junge Erwachsene, die aus Jugendhilfeeinrichtungen in ein selbstbestimmtes Leben wechseln wollen, sowie für psychisch kranke Menschen, aber auch für Fachkräfte in der pädagogischen, pflegerischen und sozialen Arbeit. Eine Lösung sei beispielsweise eine dauerhafte Sozialbindung von Wohnungen für die genannten Zielgruppen sowie Modelle sozial nachhaltigen Bauens.

Ludwig Mittermeier © Eva Lindauer

Der Vorstand des Katholischen Männerfürsorgevereins, Ludwig Mittermeier, forderte in seiner Funktion als Vorsitzender des Kuratoriums der Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe München und Oberbayern von allen Akteuren die Bereitschaft zum Dialog. „Wir brauchen gemeinsame Lösungen. Die bestehenden fachlich ausgereiften Konzepte passen wir gerne an den Bedarf und die Herausforderungen in den Landkreisen und Gemeinden des Bezirks Oberbayern an“, versprach Mittermeier. „Nur so wird es uns gelingen, für jede Region passende Angebote zu entwickeln."

Im ersten Vortrag des Tages referierte Frau Sakia Gränitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Lessenich am Lehrstuhl für Soziale Entwicklungen und Strukturen an der LMU München, zu den Möglichkeiten von sozialem Wohnungsbau und dem Thema neue Gemeinnützigkeit.
Die Präsentation können Sie hier [2.952 KB] herunterladen.

Andreas Kurz © Eva Lindauer

Anschließend stellte Herr Andreas Kurz, Leiter des Fachbereichs Menschen in besonderen Lebenslagen in Herzogsägmühle, die Bestandserhebung und die Empfehlungen aus dem GSV 17- Projektes des Bezirks Oberbayern vor. Die Ergebnisse [1.197 KB] zum Download.

Am Nachmittag wurde abschließend in moderierten Gruppen geordnet nach den Planungsregionen des Bezirks Oberbayern über die konkrete Situation vor Ort diskutiert und erste Lösungsansätze formuliert, Bündnisse geschlossen und nächste Handlungsschritte vereinbart.

Ergebnissicherung für die Planungsregionen insgesamt [610 KB]

Ergebnissicherung für die Planungsregionen München, [79 KB] Oberland [24 KB] und Südostbayern [192 KB]



Zwischen Flüchtlingsunterbringung und Obdachlosenunterkunft

Integrationsperspektiven - Herausforderungen für öffentliche und freie Träger

Die Landesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege Bayern (LAGÖFW) veranstaltete in Kooperation mit den Koordinationsstellen Wohnungslosenhilfe Nord- und Südbayern am 17. November 2016 in der Katholischen Akademie Bayern in München einen Fachtag zum Thema "Zwischen Flüchtlingsunterbringung und Obdachlosenunterkunft. Integrationsperspektiven - Herausforderungen für öffentliche und freie Träger."

von Bernd Hein, München

„Immer mehr anerkannte Flüchtlinge suchen dank beschleunigter Asylverfahren nach einer Wohnung. Viele werden vermutlich keine finden.“ Prägnanter kann man ein soziales Problem und die Dringlichkeit, es zu lösen oder wenigstens zu mildern, kaum benennen. Die LAGÖFW tat es in der Einladung zu einem Fachtag. Die Einrichtungen der freiverbandlichen und kommunalen Wohnungslosen- und Obdachlosenhilfe wissen, wovon sie sprechen. Sie erleben die Wohnungsnot Tag für Tag. Nicht nur bei anerkannten Flüchtlingen, sondern auch bei sozial schwachen Deutschen. Hinzu kommen innereuropäische Migranten, die nach der Erweiterung der Europäischen Union 2014 und den mit ihr einhergehenden Freizügigkeitsregelungen in Deutschland Arbeit und Wohnung suchen. Rückmeldungen aus dem Hilfesystem der Wohnungslosenhilfe zeigen, dass dort bereits mehr als die Hälfte der Hilfesuchenden Zuwanderer sind, Tendenz steigend.

Podiumsdiskussion: von links Andreas Kurz, Ludwig Mittermeier, Gisela Thiel, Johanna Rumschöttel, Gerhard Dix, Dr. Stefan Kiefer © Willi Kronberger

Das vollständige Programm, das auch die Themen der fünf Fachforen wiedergibt, finden Sie hier [1.628 KB]

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Wohnungslosigkeit in Bayern: Rund 12 Tsd. wohnungslose Personen wurden zum Stichtag 30.06.2014 im Rahmen einer Piloterhebung erfasst

Der neue "Datenreport: Soziale Lage in Bayern 2014", herausgegeben vom Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, beinhaltet u.a. aktualisierte Daten sowie kurze Analysen zu dem Thema „Wohnungslose“.
Die erste flächendeckende Piloterhebung zur Wohnungslosigkeit in Bayern hatte zum Ziel, die Anzahl der wohnungslosen Personen und Haushalte in Bayern (Stichtagserhebung) zu ermitteln und einige Angaben zu den Personen (Alter, Geschlecht, Nationalität, Haushaltsform und -größe, Art und Dauer der Unterbringung) zu gewinnen.
Zum Stichtag 30.06.2014 wurden insgesamt 12.053 wohnungslose Personen in Bayern gemeldet, die von den Kommunen (bzw. den Verwaltungsgemeinschaften) und von den Einrichtungen der freien Träger der Wohnungslosenhilfe untergebracht worden waren.
2.056 bayerische Kommunen, 312 Verwaltungsgemeinschaften und zusätzlich 166 Einrichtungen der freien Träger der Wohnungslosenhilfe in Bayern haben an der Online-Erhebung teilgenommen. Die hohen Rücklaufquoten (98,7% bei den bay. Kommunen) deuten hierbei auf eine gute Datenbasis hin.


Weitere detaillierte Ergebnisse finden Sie im Datenreport ab Seite 265.
Der "Datenreport: Soziale Lage in Bayern 2014" ist hier abrufbar.